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Aus dem Archiv des Stadtschreibers: Das Wappen

von Hans-Benno Hauf

Aus dem Mittelalter und den nur spärlich vorhandenen Urkunden ist ein Ginsheimer Wappen nicht überliefert. 1625 jedoch, mitten im Dreißigjährigen Krieg, ist ein Gerichtssiegel belegt, das einen Löwen und drei Balken aufweist. Erst im 19. Jahrhundert kommen "inoffizielle" Wappen in Gebrauch, die meist einen Fischerhaken, einen Staken, einen Löwen und später auch einen Anker zeigen. 

Es dauert bis zum 1. Juni 1926 als der Minister des Innern des Volksstaates Hessen für Ginsheim ein Wappen genehmigt: in Blau ein von Silber und Rot neunfach geteilter, golden bekrönter und bewehrter hessischer Löwe und in Silber eingebettete zwei schwarze Isenburger Balken. Doch schon bald wird bekannt, dass die Genehmigung fehlerbehaftet ist. Denn Ginsheim war niemals in gemeinschaftlichen Besitz von Hessen und Isenburg, sondern wurde um 1600 aus Alleinbesitz der Isenburger von den hessischen Herren gekauft. Somit ist auch eine Vereinigung der Wappen beider Landesherrschaften im Jahre 1926 historisch nicht schlüssig. 

Wappen der Stadt Ginsheim-Gustavsburg

Nach dem Zweiten Weltkrieg fehlt in all den folgenden Jahren ein gemeinsames Wappen, das die geschichtlichen Entwicklungsphasen der Ortsteile Ginsheim und Gustavsburg wiederspiegelt. Und so beschließt die Gemeindevertretung von Ginsheim-Gustavsburg am 22. Dezember 1975 einstimmig, dass ein einheitliches Wappen geschaffen werden soll. In enger Abstimmung mit dem Hessischen Staatsarchiv in Darmstadt erarbeiten der Erste Beigeordnete Willy Beckenhaub und der Sachbearbeiter für kulturelle Angelegenheiten Claus Daschmann nach langen Recherchen und Unterredungen einen historisch begründeten Entwurf. Er beinhaltet in seinen Teilen die Isenburger Farben Silber und Schwarz, den Torturm der Schwedenfestung Gustav Adolphs, den Anker als Fischer- und Schiffersymbol Ginsheims und in den schwedischen und Hardeneck`schen Farben blau und goldgelb den rotbewehrten Löwen der "Hardeneck`schen Linie“[1]

Ende März 1976 verleiht der Hessische Minister des Innern der Gemeinde durch Urkunde das abgebildete Wappen und veröffentlicht es im Staatsanzeiger für das Land Hessen. Gleichzeitig wird die Gemeindeflagge auf blau-weißem Grund mit dem neuen Wappen im oberen Teil genehmigt.


[1] Wappen von Hardeck, 1547 von Kaiser Karl V. dem Grafen Anton I. von Isenburg als Wappenbereicherung verliehen und noch heute von der Büdinger Linie geführt

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