von Hans-Benno Hauf
Vor dem Stadtteil Gustavsburg, südlich der Mündung des Mains in den Rhein und unmittelbar vor der „Eisenbahn-Südbrücke“ gelegen, gibt es den Rhein-Altarm Bleiaubach. Davor im Rheinstrom die als "Acker" bezeichnete, durch ein Leitbauwerk abgeteilte Wasserfläche. Sie ist eine beliebte Trainingsstrecke für die wassersporttreibenden Vereine der Gegend.
Leider ist in der Heimatforschung bisher nicht bekannt, woher der "Acker" seine Namensgebung hat und seit wann die Bezeichnung verwendet wird. In alten Flur-, Gemarkungs- und Gewannkarten ist die Bezeichnung nicht zu finden. Die Akten des Staatsarchivs in Darmstadt zu den Phasen der Rheinbegradigung in der Mitte des 18. Jahrhunderts bzw. ab der Mitte des 19. Jahrhunderts enthalten keine Hinweise auf das Flussleitbauwerk und die dadurch entstandene Wasserfläche, die lediglich im Norden zum Rhein geöffnet und im Süden geschlossen ist. Auch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung konnte bei internen Recherchen nicht weiterhelfen.
Bei der Stadt Mainz ist eine Flur- und Katasterkarte aus dem Jahr 1954 vorhanden, die auf einer Uraufnahme von 1883 basiert. Deutlich erkennbar ist das parallel der Bleiau liegende Leitbauwerk, das sich ausweislich des Luftbildes der Stadtverwaltung Ginsheim-Gustavsburg aus dem Jahre 2011 im Laufe der vergangenen Jahrzehnte durch Anschwemmungen zu einer regelrechten Insel entwickelt hat. Angesichts einer drohenden Verlandung stellen bereits 1978 der hessische Sozialminister Claus, die Landesregierung Rheinland-Pfalz und die Stadt Mainz die dringliche Erhaltung der Wasserfläche für den Wassersport und die Naherholung durch Ausbaggerung fest[1]. Und so ist der „Acker“ bis heute beliebt bei Ruderern, Kanuten, Seglern, Stand-Up-Paddlern, Bootseignern und Campingfreunden.


[1] Allgemeine Zeitung Mainz „Ginsheimer Acker wird ausgebaggert“ vom 08.08.1978

