von Hans-Benno Hauf
Vor Jahrzehnten, oder noch länger her, ist es ein Treffpunkt für größere Kinder und die Jugend. Abseits vom Ort und doch nah genug. Außerhalb strenger elterlicher Blicke und bestens geeignet für heimliche Treffen nach der Schule, für verschworene Spiele als "Räuber und Gendarm": das Hauptquartier der bei den Jüngeren gefürchteten "Klauern-Bande", die das Klauern-Wäldchen kontrolliert. Ein ideales Gebiet zum Verstecken, im Gestrüpp zum Höhlen und auf den Bäumen zum "Burgen" bauen[1]. Da stören auch größere Löcher und Tümpel nicht.
Später führen von der Franz-Schubert-Straße fünf und von der Straße "In der Nachtweid" ein Fußweg in das Wäldchen, westlich begrenzt vom Pumpwerk des Abwasserverbandes am Hochwasserdamm. Richtung Panzerstraße (heute: An der Schiffsmühle) verläuft das "Äppeldämmche", aber die Apfelbäume gibt es schon lange nicht mehr. Mitten in den "Klauern" befindet sich seit 2019 der städtische Natur-Kindergarten.
Zu Zeiten der "Klauern-Bande" besteht das Wäldchen hauptsächlich aus Weißpappeln und Ulmen, bevor es, nach und nach aufgeschüttet und bepflanzt, von der Gemeinde zum Naherholungsgebiet mit Spazierwegen entwickelt wird. Das Wissen und die Erinnerung um die "Klauern" schwindet heutzutage, auch um die Grundbedeutung vom Wort her: „Geballtes, Knotiges. Eine Gruppe von Kopfweiden oder auch ein feuchtes, mit Weiden, Pappeln, Weißpappeln (Bellen), Erlen, Buschwerk besetztes kleines Wäldchen“.
[1] Otto Wenke in Allgemeine Zeitung Mainz vom 25.04.1981

