Neues vom Stadtschreiber...Fahrradnutzung erlaubt

von Hans-Benno Hauf

Amerikanische Truppen besetzen am 25. März 1945 die Mainspitze und beschlagnahmen das gesamte Gustavsburger MAN-Werk. Hier hat sich Direktor Dr.-Ing. E.H. Richard Reinhardt1 zwei Tage zuvor erfolgreich dem Befehl widersetzt, das Werk zu sprengen. Die NSDAP-Ortsgruppenleitung und Funktionäre sind abgesetzt. Im MAN-Verwaltungsgebäude und in der Volksschule nehmen technische Besatzungssoldaten am ersten April Quartier. Immer wieder werden aus dem Rhein Leichen deutscher und amerikanischer Soldaten geländet, die am 24. März beim kentern eines amerikanischen Sturmboots mit achtzig gefangenen Soldaten bei Nierstein nicht aus den Hochwasserfluten gerettet werden können. Beim Spielen mit zurückgelassener Flak-Munition wird ein Gustavsburger Kind sofort getötet, ein zweites stirbt auf dem Weg ins Mainzer Krankenhaus. Umgeben von Elend, Not, gesellschaftlichem Chaos beginnt – wenn auch im Kleinen – der Neuanfang.

Um berechtigt mit seinem Fahrrad an seine Arbeitsstelle, dem MAN-Werk Mainz-Gustavsburg gelangen zu können, benötigt Heinrich K. aus Mainz-Ginsheim eine amtliche Bescheinigung. Und er erhält sie am 8. Mai 1945, gesiegelt von der Stadt Mainz, gestempelt und unterschrieben vom MAN Werk Gustavsburg und gezeichnet von der Militärregierung. Aber nicht zur Nutzung auf Militärstraßen!

Bildinformation:
1899 - 1984, Betriebsleiter Werk Gustavsburg 1936 - 1951

 
 
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