Heinrich Tischner mit der Bronzenen Ehrenmedaille der Stadt ausgezeichnet

Heinrich Tischner mit der Bronzenen Ehrenmedaille der Stadt ausgezeichnet
 

Heinrich Tischners Leidenschaft, historische Schriften ins heutige Deutsch zu übertragen, ist erneut mit einer Auszeichnung der Stadt Ginsheim-Gustavsburg gewürdigt worden. Nach dem Silbernen Barren, der dem pensionierten Pfarrer aus Bensheim bereits 2016 verliehen wurde, überreichte ihm nun in einer Feierstunde die Erste Stadträtin, Susanne Redlin, in Anwesenheit seiner Frau Ingrid und des Stadtschreibers Hans-Benno Hauf, die Bronzene Ehrenmedaille der Stadt.

Susanne Redlin betonte in ihrer Ansprache die Dankbarkeit und den Respekt der Stadt gegenüber der langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit Heinrich Tischners, mit der er einen maßgeblichen Beitrag zur Erforschung der Geschichte Ginsheim-Gustavsburgs leiste. Sie stellte dabei insbesondere seine jüngste Leistung, die Übertragung des 350 Seiten starken Ginsheimer Protokollbuchs aus den Jahren 1777-1882, heraus.

Hans-Benno Hauf, Stadtschreiber und zweiter Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins – auf dessen Vorschlag die erneute Auszeichnung Heinrich Tischners zurückgeht –, ergänzte, wie es vor 20 Jahren zur Zusammenarbeit mit dem in Bensheim ansässigen Heinrich Tischner kam. Auf der Suche nach einem Experten, der lokale Dokumente in die deutsche Sprache übertragen könne, habe die Ginsheimer Cousine des Geehrten, Heidi Guthmann, erklärt: „Der Heinrich kann das“. Hans-Benno Hauf kontaktierte den frisch pensionierten Pfarrer und bat ihn um Mithilfe. Seit diesem Zeitpunkt ist Heinrich Tischners Engagement im Übertragen historischer Dokumente für die Stadt Ginsheim-Gustavsburg ungebrochen.

Heinrich Tischner nutzte seine Dankesrede, um konkrete Einblicke in die Ergebnisse seiner Übertragungsarbeit zu geben. Das Ginsheimer Protokollbuch sei „im Grunde genommen ein kleines Geschichtsbuch“. Der Hauptteil des Werkes enthalte gleichartig verfasste Protokolle, die belegen, dass Anfang jeden neuen Jahres Gemeindeämter bestätigt oder neu vergeben wurden. Insbesondere die überlieferten Berufe, darunter Hirten, Bäcker, Schmiede, Feldschützen, Gerichtsdiener und andere, seien für die Ahnenforschung von größtem Interesse. „Wer jetzt herausfinden möchte, welchem Beruf seine Vorfahren nachgingen, könne das nun im Heimatmuseum tun.“ Auch der kürzere, zweite Teil des Protokollbuches sei von großer lokalhistorischer Bedeutung. Er enthält auch Informationen zu besonderen Ereignissen, wie etwa zu dem verheerenden Hochwasser von 1784.

 

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