Thorsten Siehr übernimmt das Bürgermeisteramt von Thies Puttnins-von Trotha

v. l. n. r. : Thorsten Siehr erhält die Ernennungsurkunde zum Bürgermeister der Stadt Ginsheim-Gustavsburg von dem scheidenden Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha - Foto: Torsten Silz
 

Im Rahmen einer außerordentlichen Stadtverordnetenversammlung am 11. Juni wurde im vollbesetzten Ginsheimer Bürgerhaus Thies Puttnins-von Trotha aus seinem Amt als Bürgermeister verabschiedet und Thorsten Siehr zum neuen ernannt. Beide Akte waren in ein feierliches Programm eingebettet, durch das die stellvertretende Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung und Mitglied des Bundestages (MdB), Melanie Wegling, führte, und das musikalisch durch den Evangelischen Posaunenchor Ginsheim unter Leitung von Hans-Benno Hauf begleitet wurde.

Nachdem Melanie Wegling die Versammlung eröffnet hatte, übergab die Erste Stadträtin, Susanne Redlin, nach einer kurzweiligen Ansprache dem scheidenden Bürgermeister seine Entlassungsurkunde.

Thies Puttnins-von Trotha hob in seiner Abschiedsrede wichtige Ereignisse seiner sechsjährigen Amtszeit hervor. Unvergessen, die aus dem Nichts aufgetauchten irischen Landfahrer, die 2016 mit ihren Wohnwagen auf der Ochsenwiese im Stadtteil Gustavsburg aufschlugen und die Stadt in Atem hielten. Zahlreichen weiteren Herausforderungen hatte sich Puttnins-von Trotha gestellt und sie gemeistert, angefangen vom ausgeschöpften Kassenkredit am Tag 2 seiner Amtszeit bis hin zur Bewältigung der Corona-Pandemie der letzten Jahre.

Seine Bilanz nach einer Amtsperiode: „Seit Amtsantritt und mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie wurde trotzdem viel erreicht, auch wenn die Gelder nicht so vorhanden waren wie benötigt, teils auch politische Unterstützung fehlte oder auch Prioritäten sich verschoben haben.“ Zu den positiven Aspekten und Entwicklungen zählte Thies Puttnins-von Trotha insbesondere Neuerungen im Kindergartenbereich und charakterisierte sie als „ganz wichtige Meilensteine für eine gute Betreuung unserer Kinder“. Ebenso wichtig waren ihm die Themen Klima- und Mobilitätswende. Auch Themen der Digitalisierung und der kostenlosen Ausbau beider Stadtteile mit Glasfaser, trieb Puttnins-von Trotha in seiner Amtszeit voran. Bewegt zeigte sich der scheidende Bürgermeister vom Krieg in der Ukraine: „Für mich, für uns alle hier steht der Friede in Europa, optimaler Weise in der ganzen Welt, über allem.“  Im Hinblick auf die Amtsübergabe betonte er: „Ich habe ein gutes, motiviertes und engagiertes Team von Richard von Neumann übernommen, weiter und stärker ausgebaut und das übergebe ich somit an Thorsten Siehr. […] Wichtige Personalentscheidungen oder auch die Haushaltsaufstellung wurden gemeinsam entschieden und das kann ich ganz aktuell jetzt noch erwähnen, der Haushaltsentwurf ist mit Schreiben der Kommunalaufsicht seit gestern genehmigt.“

Seine Arbeit für die Stadt wurde in Grußworten gewürdigt: zum einen durch Staatsekretär Patrick Burghardt und den Vorsitzenden der Kreisversammlung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Jan Fischer, sowie der Bürgermeisterin der Partnerstadt Bougueneais, Sandra Impériale, und der Präsidentin des ABJC Bouguenais, Bernardette Huguet, deren Zeilen verlesen wurden.

Im Anschluss übergab Thies Puttnins-von Trotha die Ernennungsurkunde an seinen Amtsnachfolger Thorsten Siehr. Den Amtseid nahm ihm Melanie Wegling ab.

In seiner Antrittsrede stellte Thorsten Siehr die Gemeinsamkeiten des Amtes eines Bürgermeisters mit dem eines Städtebauers heraus. Selbst Bauingenieur, sieht er sie insbesondere im Bereich der Gestaltung und der Fähigkeit, gute Lösungen für Ideen zu finden: „Ingenieure arbeiten bei der Gestaltung […] wie Politiker mit sehr vielen, oft unüberschaubaren Variablen, deren Wirkgrößen nur bedingt kalkulierbar sind. Da ist es verwunderlich, dass so wenige Ingenieur*innen den Weg in die Politik finden. Dabei könnten Ingenieur*innen dazu beitragen, viele politische Diskussionen zu versachlichen. […] Für mich war und ist genau diese Gestaltungsmöglichkeit der Ansporn und der Reiz, sich in der Kommunalpolitik und für meine Heimatstadt, unser Ginsheim-Gustavsburg, zu engagieren.“ Deutlich hob Thorsten Siehr seinen Willen in finanziell angespannten Zeiten hervor, zur Finanzierung kommunaler Aufgaben, Solidarität bei den übergeordneten Ebenen einzufordern. Als Brückenbauer zwischen den Menschen von Ginsheim-Gustavburg ist er überzeugt „dass es uns gelingen kann, mit gelebter Solidarität die Herausforderungen der Zukunft unserer Stadt zu meistern.“

In den abschließenden Grußworten von Melanie Wegling, MdB, Thomas Will, Landrat, Kerstin Geis, MdL, Dr. David Rauber, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Sandra Impériale, Bürgermeisterin von Bouguenais, Bernardette Huguet, Präsidentin des ABJC Bouguenais, Daniel Martin (SKB) zusammen mit Klaus Metzger (SKG), den Fraktionsvorsitzenden und Sophie Thämel wurde dem scheidenden Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha noch einmal Dank für seine geleistete Arbeit gezollt und dem neuen Bürgermeister, Thorsten Siehr, das Glück mit auf den Weg gegeben, das er für das anspruchsvolle Amt benötigt.

 

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