Eröffnung der Gedenkstätte für ehemalige Zwangsarbeiter am 19. März

Ehemaliges Arbeitslager Rosengarten in Gustavsburg
 

Auf dem Platz in der Wilhelm-Leuschner-Straße, direkt neben der evangelischen Kirche in Gustavsburg, hat die Stadt eine Gedenkstätte errichtet, mit der an die ehemaligen Zwangsarbeiter der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg erinnert wird. Nachdem die Aufbauarbeiten abgeschlossen sind, erfolgt am Donnerstag, 19. März 2020, um 17 Uhr die Einweihung auf dem Platz. Dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

Bei der Veranstaltung werden unter anderem die Historikerin Christine Hartwig-Thürmer, die auf Grundlage ihres bereits in den 80er Jahren herausgegeben Buchs „Die Mainspitze unterm Hakenkreuz" zu den Ereignissen weiter recherchiert und den Text für die Gedenkstätte verfasst hat, sowie Dr. Jörg Osterloh vom Fritz-Bauer-Institut in Frankfurt über geschichtliche Hintergründe informieren. Auch die Tochter eines ehemaligen Zwangsarbeiters, Anneke Biesheuvel Borgli aus Norwegen, wird anwesend sein und einen Teil dessen, was sie aus Gesprächen mit ihrem Vater erfahren hat, vortragen. Begrüßt werden die Besucherinnen und Besucher von Vertretern der Landes, des Kreises und der Kommunalpolitik.

Die Konzeption der Gedenkstätte wird vor Ort näher erläutert. Die an drei Stelen und einer Eingangstafel, angebrachten Infotafeln, die von der Grafikerin Ute Sixel gestaltet wurden, dokumentieren in verschiedenen Themenbereichen die Tatsache, dass in den Jahren 1940 bis 1945 im Gustavsburger Werk der MAN rund 2.500 Zwangsarbeiter beschäftigt waren, die in Holzbaracken im Lager "Rosengarten" untergebracht waren. Bei dem Material für die Stelen handelt es sich um Roststahl. Damit soll die Verbindung zu dem Unternehmen MAN zum Ausdruck gebracht werden.

Das für die Aufarbeitung der Geschichte der Stadt wichtige Projekt wurde im Jahr 2014 durch einen einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung angestoßen. In den folgenden Jahren kam es durch eine Arbeitsgruppe, in der Mitglieder aller Fraktionen mitgewirkt haben, und mit finanzieller Unterstützung durch die Stiftung Flughafen Frankfurt/Main, der MAN und dem TIGZ Technologie-, Innovations- und Gründungszentrum sowie in Kooperation mit dem Heimat- und Verkehrsverein Ginsheim-Gustavsburg, zur Umsetzung. Das Ergebnis ist ab dem 19. März auf dem Platz zu sehen.

 

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