Umwelt vor Ort: Bürger informierten sich

Wie kann ich die Umwelt in meiner Stadt aktiv mitgestalten? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger am Samstag, 23. März, im Bürgerhaus Ginsheim. Eingeladen hatte die Stadtverwaltung zu einer Informationsveranstaltung mit den Themen „Biologische Vielfalt" und „E-Mobilität".

Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha begrüßte die Gäste und lud sie ein, sich aktiv zu beteiligen. „Ich selbst fahre ein E-Bike und nutze dies regelmäßig für innerörtliche Strecken. Es gibt jede Menge Möglichkeiten, sich dem Thema Umwelt zu nähern und einen ersten Schritt in die richtige Richtung zu gehen", so der Bürgermeister. Auch habe er für nächstes Jahr bereits Haushaltsmittel vorgesehen, um Umweltthemen weiter anzugehen, so auch für Solarcarports, um das Gebiet E-Mobilität und erneuerbare Energien weiterzubringen. Einen Überblick über den aktuellen Stand der Kommune im Bereich des Naturschutzes gab Matthias Laake, Mitarbeiter des städtischen Umweltbüros.

In einer nachfolgenden Präsentation erläuterte Dipl.-Biologin Dr. Eva Distler den Begriff der Biologischen Vielfalt. „Durch das oft negative Verhalten des Menschen und die Auswirkungen des Klimawandels sind viele Arten, insbesondere Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge, vor dem Aussterben bedroht", erläuterte die Biologin. Sie zeigte auf, wie Kommunen und Bürger in ihren Hausgärten die Biologische Vielfalt mit blühenden Pflanzflächen unterstützen können. In einer anschließenden Gesprächsrunde berichtete Brigitte Martin vom „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland" über ähnliche Erfahrungen. Wichtig sei auch Wasser für Insekten bereitzustellen, das sie zum Trinken und zum Nestbau benötigen. Neben Insektenhotels bieten beispielsweise Laubhaufen oder Totholz Möglichkeiten zum Unterschlupf und dienen als Brutstätte. Der örtliche Imker, Otmar Reinheimer, empfahl, verschiedene Gewächse anzupflanzen, um den Bienen die ganze Saison über Pollen zu bieten. Neben Blumenwiesen sollte auch an Stauden, blühende Bäume und Sträucher gedacht werden. Kai Reinheimer vom gleichnamigen ortsansässigen Gemüsehof informierte über den Bodenschutz auf seinen Feldern. Durch das Anpflanzen eines breiten Gemüsesortiments biete er eine Vielfalt im heimischen Anbau, die er in seinem Hofladen in Ginsheim und auf dem Mainzer Wochenmarkt verkauft.

Ein Video über neue und zukunftsfähige Mobilitätsformen diente als Überleitung für ein Podiumsgespräch zum Thema „E-Mobilität". Andreas Hummel, Fachbereichsleiter „Raum, Bau, Umwelt" im Rathaus und E-Lotse, berichtete anschließend über eigene Erfahrungen. Er selbst habe die Entscheidung getroffen, sein Auto zu verkaufen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad und Car-Sharing mobil zu sein. Über die positive Erfahrung im Bereich Car-Sharing mit Elektroautos im Raum Mainz informierte Geschäftsführer Klaus Krieger der „UrStrom BürgerenergieGenossenschaft Mainz eG". „Wir gehen diesem Konzept nach und produzieren mit elf eigenen Photovoltaikanlagen den dafür notwendigen sauberen Strom", so Krieger. Wie die Benutzung eines E-Fahrzeugs im Alltag funktioniert, erläuterte im Anschluss der aktive E-Mobilist aus Ginsheim-Gustavsburg, Klaus Schober. Eric Kruzycki vom „Verkehrsclub Deutschland e. V." stellte seine Arbeit vor: eine zukunftsfähige Verkehrspolitik, die nicht ausschließlich durch die Anschaffung von E-Fahrzeugen gelöst wird. Er setzt auf alternative Mobilitätsangebote wie elektronisch unterstützende Radmodelle und eine intelligente Vernetzung bestehender Verkehrsträger, um Umweltziele zu erreichen.

Im Anschluss an die Vorträge hatten die Bürger die Gelegenheit, mit den Referenten ins Gespräch zu kommen. Um direkt zu Hause im Garten einen Beitrag zur Biologischen Vielfalt zu leisten, verteilte die Stadtverwaltung Saatgutmischungen und heimische Stauden zum Pflanzen. Zusätzlich konnten die im Außenbereich aufgestellten Elektrofahrzeuge und die verschiedenen Radmodelle der Aktion „Radfahren neu entdecken" – Lastenräder und E-Bikes – angesehen und ausprobiert werden.

Aufgrund der Nachfragen zu einem möglichen „Car-Sharing" wird bereits über potentielle Standorte in Ginsheim-Gustavsburg nachgedacht. Wer sich vorstellen kann, ein E-Fahrzeug mit anderen Personen zu teilen, kann sich beim E-Lotsen der Stadtverwaltung, Andreas Hummel, per E-Mail (hummel@gigu.de)
melden. In den nächsten Wochen soll es bereits ein erstes Treffen mit allen Interessierten geben, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

 
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