100 Jahre Ende des 1. Weltkrieges: Gedenkveranstaltung in Bouguenais

 

Anlässlich der Gedenktage zum 100-jährigen Ende des 1. Weltkrieges reiste eine Delegation aus Ginsheim-Gustavsburg, bestehend aus Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha, Mitgliedern der Politik und Verwaltung sowie Vertretern des Vereins für Städtepartnerschaften Ginsheim-Gustavsburg e.V. (VSP), vom 9. bis 11. November in die französische Partnerstadt Bouguenais.

Das Festprogramm beinhaltete neben einer großen Gedenkzeremonie auf dem Friedhof den Besuch verschiedener Ausstellungen, Diskussionsrunden und Vorführungen.

Eine Ausstellung dokumentierte unter anderem die Ereignisse, Schicksale und Auswirkungen des 1. Weltkrieges in den beiden Partnerstädten. Auf einer Tafel waren die 264 Namen der gefallenen Soldaten, die aus Ginsheim-Gustavsburg und Bouguenais stammen, mit ihrem Alter und Beruf aufgeführt.

Ein Theaterstück mit dem Titel „La Pleine était bleue“ („Die Ebene war blau“), versetzte das Publikum mithilfe von Geräuschen und Duftaromen in ein Szenario des 1. Weltkrieges. Zum Programm gehörte auch die Besichtigung der „Médiathèque“/Bibliothek in Bouguenais. Dort präsentierte der Chor „Arc-en-Sol“ Lieder zum Thema „Krieg und Frieden".

Am Samstagabend fand eine Diskussion statt, bei der verschiedene Fragen behandelt wurden, so zum Beispiel, wie die Erinnerung an den 1. Weltkrieg aufrechterhalten und an die kommenden Generationen weitergeben werden könne.

An der großen Gedenkveranstaltung am Sonntag auf dem Friedhof nahmen Martine Le Jeune, Bürgermeisterin von Bouguenais, Thies Puttnins-von Trotha, Bürgermeister von Ginsheim-Gustavsburg, sowie Vertreter regionaler und kommunaler Vereine, Institutionen und der Politik teil. Sie alle gedachten der zahllosen Opfer des 1. Weltkrieges. Außerdem wurden Blumenkränze niedergelegt.

Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha erklärte in seiner Rede die Bedeutsamkeit dieses Tages: „Vor 100 Jahren wurde endlich ein Krieg beendet, der in vier langen Jahren Millionen Opfer gefordert hatte. Es ist wichtig, dass wir uns die grausamen Ereignisse der damaligen Zeit immer wieder vor Augen führen, um daraus zu lernen.“ Der Bürgermeister betonte wie wichtig die Städtepartnerschaft zwischen Ginsheim-Gustavsburg und Bouguenais sei. Eine Städtepartnerschaft gehe aber nicht von selbst, sondern erfordere immer wieder die Initiative und die Verantwortung jedes Einzelnen. Denn, wie heiße es in einem französischen Sprichwort: „Ein Freund ist schwer zu finden und leicht zu verlieren“, so der Bürgermeister in seiner Rede.

Auch Martine Le Jeune sieht in der Städtepartnerschaft einen wichtigen Faktor für den Frieden: „Ich begrüße es sehr, dass unsere deutschen Freunde, der Bürgermeister und die Vertreter der Stadt, heute hier bei uns sind. Ich danke ihnen, dass sie mit ihrer Anwesenheit diesen Festakt würdigen. Hand in Hand wollen wir zeigen, dass das französische und das deutsche Volk den Frieden wollen, hier und überall“, hob Le Jeune hervor.

In ihrer Rede sprach Martine Le Jeune über einen gefallenen Soldaten aus Bouguenais, Louis Corbineau, dessen Briefe an seine Familie bis heute erhalten sind. Sie wurden während der Gedenkveranstaltung von Schülerinnen und Schülern aus Bouguenais vorgelesen.

Die Kinder legten zudem mit einigen Seniorinnen und Senioren blaue Papierblumen nieder, die sie im Vorfeld in einem Workshop der Stadt gebastelt hatten. Sie sollen an die Kornblumen erinnern, die als einzige Blumen auf dem vom Krieg zerstörten Boden wachsen konnten und in Frankreich deshalb für die Lebenskraft stehen.

Einen festlichen Rahmen erhielt der Festakt durch die Teilnahme von Fahnenträgern und einer militärischen Abordnung des Départements. Musikalisch gestaltet wurde die Gedenkveranstaltung durch einen großen Chor, bestehend aus Erwachsenen und Kindern, die den Wunsch nach Frieden mit der mehrstimmig gesungenen „Europa-Hymne" zum Ausdruck brachten.

Im Oktober 2019 feiert die Städtepartnerschaft zwischen Ginsheim-Gustavsburg und Bouguenais ihr 30-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wird eine Bürgerreise nach Bouguenais stattfinden. Informationen darüber folgen am Anfang des kommenden Jahres.