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KWG: Mehrfamilien-Passivhaus entsteht

Die Kommunale Wohnungsgesellschaft Ginsheim-Gustavsburg (KWG) wird in diesem Jahr noch mit einem Neubauprojekt in der „Akazienstraße 12“ in Ginsheim beginnen. Dort wird sie das erste Mehrfamilien-Passivhaus mit zwölf öffentlich geförderten Wohnungen errichten.

Bereits im letzten Jahr wurden die Planungen und Voraussetzungen für dieses Projekt geschaffen. Nun kann es an den Bau der ingesamt acht 3-Zimmer-Wohnungen und vier 2-Zimmer-Wohnungen gehen. Die einzelnen Wohnungen werden barrierefrei sein, das heißt sie sind mit einem Aufzug erreichbar. Zusätzlich wird jede Wohnung über einen Balkon oder eine Terrasse verfügen. Die PKW-Stellplätze sind alle im Außenbereich vorgesehen, so dass das Haus ohne Tiefgarage auskommt. Den künftigen Mietern stehen somit großzügige Keller- beziehungsweise Gemeinschaftsräume zur Verfügung.
Das Besondere an diesem Mehrfamilienhaus sind jedoch die im Gegensatz zu anderen Gebäuden niedrig anfallenden Energiekosten.

Vergleicht man ein Passivhaus und ein Haus nach der Energiesparverordnung für Gebäude (EnEV 2009), sind die Energiekosten bei einem Passivhaus wesentlich geringer. Der Heizwärmebedarf, der eigentliche Bedarf für die Beheizung eines Gebäudes ohne die Warmwasserbereitung, beträgt für ein Passivhaus 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter, der für ein Haus nach EnEV 2009 liegt zwischen 40 und 70.

Nach diesen Angaben würde sich bei einer 80 Quadratmeter großen Wohnung und einem Gaspreis von 5 Cent pro Kilowattstunde ein Betrag von 60 Euro für die Beheizung der Wohnung für ein Jahr ergeben. Bei einem Wohnhaus nach der Energiesparverordnung mit 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter würde ein Betrag von 160 Euro entstehen.

Da die Energiekosten wesentlich geringer, die Baukosten dafür aber höher sind, könnte die Miete bei solch einem Objekt um 0,20 Euro pro Quadratmeter gegenüber anderen öffentlich geförderten Objekten erhöht werden. Davon sieht die KWG jedoch ab. Die Miethöhe wird sich auf 6,30 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche pro Monat begrenzen.
Technisch betreut wird das Projekt von dem Ingenieurbüro Diehl aus Gernsheim. Zum Schluss soll eine Zertifizierung des Mehrfamilienwohnhauses durch das Passivhaus-Institut aus Darmstadt erfolgen.

Die Gesamtkosten für das Bauprojekt belaufen sich voraussichtlich auf rund 1,8 Millionen Euro. Insgesamt wurden bei der WI-Bank Landesfördermittel für die Errichtung von öffentlich geförderten Wohnungen beantragt. Hier liegt der KWG die Zusage in Höhe von 874.800 Euro vor. Weiterhin wird die Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg ein Gemeindedarlehen von 120.000 Euro gewähren. An Eigenkapital werden rund 450.000 Euro vorgesehen, an Kapitalmarktmitteln rund 384.000 Euro eingesetzt.

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