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Neue Charta besiegelt deutsch-französische Freundschaft zwischen Bouguenais und Ginsheim-Gustavsburg

Von einem erlebnisreichen Aufenthalt in der französischen Stadt Bouguenais kehrte in der letzten Woche eine große Delegation aus Ginsheim-Gustavsburg, bestehend aus 90 Teilnehmern von Vereinen, Schulen und Politik sowie viele Bürgerinnen und Bürger, zurück. Von deutscher Seite hatte der Verein für Städtepartnerschaften (VSP) die Reise organisiert und zwei Reisebusse auf die Strecke geschickt. Darüber hinaus reisten Bürgermeister Richard von Neumann und Mitglieder des Gemeindevorstandes in zwei Kleinbussen zu den Feierlichkeiten.


Bürgermeister Richard von Neumann und seine Kollegin aus Bouguenais bei der Unterzeichnung der Charta (Bild: Dietmar Zarncke)

Die Feier zum 20-jährigen Partnerschaftsjubiläum zwischen Bouguenais und Ginsheim-Gustavsburg war eingebettet in eine „Internationale Woche der Begegnung“, denn Bouguenais unterhält mit den Gemeinden Siria (Rumänien), Anabta (Palästina) und El Tuma La Dalia (Nicaragua) ebenfalls partnerschaftliche Beziehungen. Bei einem bunten Fest in der idyllischen Flusslandschaft am „Port Lavigne“ präsentierten sich verschiedene Gruppen mit flotter Musik und Tänzen auf den Bühnen am Wasser (siehe Bild rechts). Bei französischem Essen und Getränken konnten die Besucher in lauschiger Atmosphäre miteinander in Kontakt kommen und es sich gut gehen lassen. Einzelne Stände informierten über die Partnergemeinden. Die deutsch-französische Partnerschaft wurde durch eine Ausstellung von Bildern mit Aufnahmen von Begegnungen der vergangenen 20 Jahre dokumentiert.

Vorausgegangen war der Feier am Vorabend ein offizieller Festakt in der Kulturhalle „Piano’cktail“, an dessen Ende die Unterzeichnung der neuen Städtepartnerschafts-Charta stand. "Es erfüllt mich mit Stolz, eine Partnerschaft mit einer Stadt zu pflegen, für die internationale Freundschaften einen so hohen Stellenwert haben“, sagte Bürgermeister Richard von Neumann.

Die im Jahr 1989 beschlossene Partnerschaft mit Bouguenais sei schon immer über die gewöhnliche Verbindung einer deutsch-französischen Freundschaft hinausgegangen, betonte von Neumann. Die gemeinsame Projektarbeit in der senegalesischen Landgemeinde Ballou habe die Partner in besonderem Maße zusammengeschweißt. Trotzdem sei der Kulturaustausch zwischen den beiden europäischen Gemeinden nie zu kurz gekommen. Die partnerschaftlichen Verbindungen seien von vielen Vereinen, Institutionen und den Bürgerinnen und Bürgern gelebt und von den politischen Kräften, egal welcher Partei, positiv begleitet worden. Die Partnerschaft zeige den Willen der Europäer, „ihr Streben nach Einheit und Solidarität zum Ausdruck zu bringen, in einer Welt, die trotz erheblicher Fortschritte auf dem Gebiet der Demokratie und der Menschenrechte noch immer von Inkohärenz, Not und Unruhen geprägt wird“, hob die Bürgermeisterin von Bouguenais, Michèle Gressus, hervor.

Als Zeichen der Freundschaft schenkte der Gemeindevorstand von Ginsheim-Gustavsburg den französischen Partnern eine "Wand der Partnerschaft", auf der die Namen der Personen verewigt sind, die in den letzten 20 Jahren in Bouguenais und Ginsheim-Gustavsburg in der Städtepartnerschaft gewirkt haben. „Ich wünsche mir und uns allen, dass diese Wand in 20 Jahren mindestens die doppelte Größe hat und viele neue Namen darauf zu finden sein werden“, so von Neumann. Vor allem die Jugendarbeit sei eine wichtige Grundlage für die zukünftige Entwicklung der Städtepartnerschaft.
Erfreulich war vor diesem Hintergrund, dass durch die Vorarbeit des "Verein für Städtepartnerschaften Ginsheim-Gustavsburg e.V." unter anderem zwei Jugendgruppen zur Mitreise animiert werden konnten. Eine Gruppe von Turnerinnen des TV Gustavsburg demonstrierte anlässlich eines internationalen Sportfestes in der Sporthalle in Bouguenais ihr Können. Von der Gesamtschule waren einige Schülerinnen und Schüler nach Bouguenais gekommen, um mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen.



Den Mitgliedern des Gemeindevorstandes von Ginsheim-Gustavsburg, die bereits einen Tag früher angereist waren, boten die Partner weitere Programmpunkte an. So konnten sie dabei sein, als Kinder aus Bouguenais auf einer Wiese Bäume pflanzten, die die verschiedenen Partnergemeinden repräsentieren. Außerdem stand an einem Nachmittag die Besichtigung eines ökologischen Wohnviertels auf dem Programm. Hier wurden Informationen ausgetauscht und Anregungen weitergegeben.

Während des Aufenthaltes bewiesen die französischen Partner einmal mehr ihre ausgeprägte Gastfreundschaft. Für den größten Teil der zahlreichen Gäste aus den vier Partnerstädten boten private Familien ihre Häuser und Wohnungen für die mehrtägige Unterbringung an und übernahmen vielfach auch noch die Transfers ihrer Gäste zu den verschiedenen Treffpunkten.

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