

Wasserkraftwerk an der Mainschleuse Mainz-Kostheim geht ans Netz
Nach 22 Monaten Bauzeit wurde am vergangenen Donnerstag das Wasserkraftwerk an der Mainschleuse Mainz-Kostheim in Betrieb genommen. Im Rahmen einer Feierlichkeit wurde die erste Turbine angeschaltet. Zukünftig wird das Wasserkraftwerk rund 18,5 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich ins Netz der Stadtwerke Mainz einspeisen. Dies ist genug Energie, um 5.200 Haushalte mittlerer Größe ein Jahr lang zu versorgen.
Das Wasserkraftwerk wird von der SWU Energie GmbH, eine Tochtergesellschaft der SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH, und den Halblechkraftwerken Einsiedler GmbH betrieben. Diese Bauherren haben sich in einer Investoren- und Betreibergesellschaft, der WKW Staustufe Kostheim/Main GmbH, zusammengeschlossen und gemeinsam das 20-Millionen-Projekt finanziert. Das Kraftwerk nutzt das Gefälle an der 1934 erbauten Mainschleuse Kostheim. Zur Stromerzeugung wird eine Fallhöhe von drei Metern genutzt.
Das Kraftwerk sitzt 15 Meter tief im Boden der Mainwiese. Um diese Baugrube ausheben zu können, wurden rund 200 Bohrpfähle gesetzt. Jeder dieser Pfähle ist 28 Meter lang und 1,2 Meter dick. Insgesamt wurde für den Bau 53.000 Kubikmeter Erde ausgehoben, was 1.600 beladenen Kipplastern entspricht.
Zum Schutz der Fische wurde ein rund 150 Meter langer und 2,50 Meter breiter Bach angelegt, in dem die Fische unbeschadet am Kraftwerk auf- und absteigen können. Außerdem hält ein besonders feiner Rechen Kleingetier von den Turbinen fern. Für den Auf- und Abstieg von Aalen wurde sogar ein eigener Weg angelegt. Sie können durch das wasserkraftwerk in einem für sie wasserdurchfluteten Rohr schwimmen.

Bild: Im Vordergrund des Bildes: Eine der zwei Turbinen im Wasserkraftwerk an der Mainschleuse Mainz-Kostheim, durch die das Wasser zur Stromerzeugung fließt.