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Ortskernsanierung: Umfassende Bürgerbeteiligung geplant
Die Gemeindevertretung hat in ihrer Sitzung am 12. Juni die Sanierungsgebiete in den beiden Ortsteilen festgelegt und damit die mit Landesmitteln geförderte städtebauliche Sanierungsmaßnahme angeschoben. Inzwischen hat das Amtsgericht in Groß-Gerau bereits den Eintragungsvermerk an die Eigentümer in den Sanierungsgebieten verschickt. Allerdings möchte die Gemeindeverwaltung sowohl die Eigentümer als auch alle anderen Bürgerinnen und Bürger in der nächsten Zeit noch detailliert über das Vorhaben informieren, bevor es an die Umsetzung konkreter Maßnahmen geht.
„Bei einem Projekt dieser Größenordnung ist klar, dass wir eine umfassende Bürgerbeteiligung vorgesehen haben“, betonte Bürgermeister Richard von Neumann. Durch die Förderung von privaten und öffentlichen Investitionen habe die Gemeinde die Chance, den Ortskern auf mehreren Ebenen attraktiver zu gestalten. Dieses Vorhaben könne aber nur gelingen, wenn die Eigentümer an dem Umsetzungsprozess aktiv beteiligt werden, so von Neumann.
Aus diesem Grund wird die Gemeindeverwaltung in diesen Tagen ein erläuterndes Schreiben an die Eigentümer aussenden. Ein 12-seitiges Faltblatt informiert über Hintergründe sowie über Ziele und Ablauf der Sanierung. Zudem soll in den nächsten Wochen ein Sanierungsbüro eingerichtet werden, deren Mitarbeiter die Bürgerinnen und Bürger ausführlich über das Sanierungsprogramm und seine Möglichkeiten beraten.
In Kürze finden darüber hinaus speziell für die Eigentümer Informationsveranstaltungen in den beiden Bürgerhäusern statt. Bei wichtigen Realisierungsschritten sind vor der Umsetzungsphase weitere Veranstaltungen geplant.
Ziel der Sanierung ist es, die Wohn- und Lebensqualität in den Ortskernen nachhaltig zu verbessern, erläuterte der im Rathaus für die Sanierung zuständige Fachbereichsleiter, Andreas Hummel. Zu den Maßnahmen zählen die Sanierung und Modernisierung der baulichen Substanz, die Umnutzung oder, falls erforderlich, der Abbruch von Gebäuden, um attraktive, zeitgemäße Wohnverhältnisse und Freiräume zu schaffen, sowie die Stärkung von Nahversorgung und Gastronomie. Außerdem sollen in den jeweiligen Ortskernen funktionale zentrale Plätze geschaffen werden.
„Dieses Bündel von Maßnahmen kann natürlich nicht von heute auf morgen durchgeführt werden“, so Hummel. Insgesamt rechnet er mit einem Zeitraum von rund 15 Jahren, der für die Umsetzung benötigt wird.
Die Gemeinde hatte bereits im Jahr 2001 beim hessischen Wirtschaftsministerium beantragt, den Ortskern Ginsheim in das Städtebauförderungsprogramm aufzunehmen. Im Jahr 2003 wurde dem Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss der von der Planergruppe ROB in Schwalbach erstellte Rahmenplan zur Ortskernentwicklung vorgestellt, der zur Aufnahme der Maßnahme in das Landsförderprogramm notwendig war. Im Juni 2006 erklärte das Ministerium, dass die Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg in das Programm aufgenommen werde. Im Jahr 2007 führte die Verwaltung Verhandlungen mit den zuständigen Behörden über die Abgrenzung der Sanierungsgebiete und konnte erreichen, dass schließlich auch der Ortskern Gustavsburg mit in die Förderung aufgenommen wurde.
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