Gewerbegebiet „Am Mainspitz-Dreieck“:
Vorzeitige Erschließung des zweiten Bauabschnittes für namhaften Entwickler von Logistikimmobilien beschlossen
Das Gewerbegebiet „Am Mainspitz-Dreieck“ im Ortsteil Gustavsburg soll um eine große Gewerbefläche erweitert werden. Die Gemeindevertretung beschloss in ihrer Sitzung am 13. Dezember, die Bodenordnung und das Bebauungsplanverfahren für den zweiten Bauabschnitt einzuleiten. Die Vorlage wurde in den Ausschüssen und auf der Sitzung der Gemeindevertretung außerhalb der Öffentlichkeit diskutiert, da die Ausführungen der Verwaltung vertrauliche Daten enthielten, die aufgrund laufender Verhandlungen mit Unternehmen nicht bekannt werden sollten.
Die Wirtschaftsförderung der Gemeinde hat die Ausweisung des zweiten Bauabschnitts vor dem Hintergrund vorgeschlagen, dass ein namhafter, international führender Entwickler von Logistikimmobilien aus Frankfurt Interesse daran hat, in dem Gewerbegebiet ein 70.000 qm großes Grundstück zu erwerben. In dem ersten Bauabschnitt ist eine Fläche dieser Größe nicht vorhanden.
Das Unternehmen plant auf der Fläche in dem zweiten Bauabschnitt, ein modernes, zukunftsfähiges Logistikzentrum zu errichten. Der Verkauf würde der Gemeinde weitere Einnahmen zur Deckung der Erschließungskosten für den bereits realisierten ersten Bauabschnitt bringen. Außerdem könnten sich dadurch neue Unternehmen in Ginsheim-Gustavsburg ansiedeln, die zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und den Wirtschaftsstandort insgesamt stärken, sagte Bürgermeister Richard von Neumann.
Um kein wirtschaftliches Risiko einzugehen, beschloss die Gemeindevertretung, dass das Bebauungsplanverfahren erst dann eingeleitet wird, wenn der Investor eine Kaufabsichtserklärung notariell beurkundet hat. Da der Investor bereits konkrete Planungen vorgelegt hat und interessierte Unternehmen als Mieter an der Hand hat, sollte der Bebauungsplan gemeinsam mit ihm aufgestellt werden. Dadurch könne eine Gewerbefläche ausgewiesen werden, die direkt an dem aktuellen Bedarf ausgerichtet sei, sagte von Neumann.
Generell sei eine positive Entwicklung bei der Nachfrage nach Gewerbeflächen zu verzeichnen, erläuterte der Wirtschaftsförderer der Gemeinde, Andreas Klopp, bei der Vorstellung des Vermarktungsstandes in den vorausgegangenen Ausschüssen. Vor allem aus der Logistik gäbe es viele Anfragen. So stehe der Abschluss mit einem weiteren Logistik-Investor für die 38.000 qm große Fläche im ersten Bauabschnitt kurz bevor, so Klopp. Die endgültige Entscheidung darüber werde aber erst Anfang des Jahres fallen.
Die Logistik sei eine Wachstumsbranche in Deutschland und werde zunehmend von intelligenten, maßgeschneiderten Lösungsmodellen aus der High-Tech-Industrie bestimmt, erklärte er. Viele Unternehmen aus diesem Bereich bieten heute die komplette Palette logistischer Dienstleistungen an. Dies sei eine Chance für den Standort Ginsheim-Gustavsburg, dem auch von Seiten des Planungsverbands Frankfurt RheinMain beste Voraussetzung für die Ansiedlung von Logistik-Unternehmen bescheinigt werden.
Die Gemeinde ist optimistisch, dass es aufgrund der verbesserten Konjunkturlage im Laufe des nächsten Jahres gelingen wird, weitere dynamische Unternehmen in die Gemeinde zu holen und einen großen Teil der freien Flächen in dem Gewerbegebiet zu vermarkten.