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CAP-Markt in Gustavsburg kann wider Erwarten nicht realisiert werden
Der Sozialpsychiatrische Verein Kreis Groß-Gerau e.V. (SPV) wird in Gustavsburg kein CAP-Markt-Projekt realisieren. Diese Nachricht erhielt Bürgermeister Richard von Neumann jetzt völlig überraschend durch die SPV-Geschäftsführerin, Christine Baldt.
Von Neumann bedauerte diese unerwartete Entscheidung sehr, hatte er doch gehofft mit der Ansiedlung eines CAP-Marktes die Lebensmittelversorgung in der Ortsmitte von Gustavsburg sicher stellen zu können und gleichzeitig ein interessante soziales Projekt in der Gemeinde umzusetzen.
„Die Entscheidung des SPV ist umso bedauerlicher, als die Weichen für das Vorhaben nach intensiven Verhandlungen mit dem Vermieter, bei denen die Wirtschaftsförderung der Gemeinde als Vermittler fungiert hat, frühzeitig gestellt werden konnten“, sagte von Neumann enttäuscht. Seit im Sommer 2005 bekannt geworden war, dass der Plus-Markt seine Filiale in Gustavsburg schließen würde, habe die Gemeinde alles mögliche unternommen, um Interessenten für einen Supermarktbetrieb zu finden. Dabei sei man schließlich auf das bundesweite Franchise-Netzwerk der Genossenschaft der Werkstätten für Behinderte in Sindelfingen gestoßen und hatte durch die Unterstützung der Behindertenbeauftragte der Gemeinde, Rosemarie Lehmann, den SPV als möglichen Betreiber gewinnen können.
In kurzer Zeit konnte der SPV die notwendigen Strukturen aufbauen, um den Supermarkt durch behinderte Menschen gemeinsam mit Nichtbehinderten betreiben zu können. Er gründete die Groß-Gerauer Integrationsbetriebe gemeinnützige GmbH (GIB). Auch die Mietpreisverhandlungen waren positiv verlaufen.
Gescheitert ist das Projekt schließlich an den Finanzmitteln, die vom SPV für die Investition aufzubringen waren. „Die finanzielle Situation hat sich grundlegend geändert, seit wir in das Projekt eingestiegen sind“, erläuterte Geschäftsführerin Christine Baldt. „Konnten wir zu Beginn des Vorhabens davon ausgehen, dass 90 Prozent der Investitionskosten durch Fördermittel des Integrationsamtes und der ‚Aktion Mensch’ gedeckt werden, so stellt sich die Situation inzwischen so dar, dass der SPV wesentlich mehr Eigenmittel erbringen müsste, denn die Voraussetzungen für die Erlangung von öffentlichen Mitteln haben sich wider Erwarten stark verändert“, so Baldt. Die zusätzlichen Eigenmittel habe der SPV jedoch nicht aufbringen können. Deshalb habe die Gesellschaft der GIB vor einigen Tagen entschieden, das Projekt mit großem Bedauern aufzugeben. „Es ist sehr schade, dass wir aus dieser Planung aussteigen müssen, da die Kooperation mit allen Beteiligten, insbesondere mit der Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg und der Behindertenbeauftragten der Gemeinde sehr zufriedenstellend war“, sagte Baldt.
Die Gemeinde steht nun vor der Situation, dass der Mietvertrag der Firma Plus im September dieses Jahres ausläuft und noch kein Nachfolger für das frei werdende Gebäude gefunden ist. Die Wirtschaftsförderung steht damit sozusagen wieder am Anfang ihrer Bemühungen. Wie es mit dem ehemaligen Lebensmittelstandort in Gustavsburg weitergeht, werden die weiteren Gespräche mit dem Vermieter zeigen.
Nach wie vor bemüht sich die Gemeinde darum, einen weiteren Lebensmittelversorger zu finden, der Interesse an einer Ansiedlung im Ortsteil Gustavsburg hat. Der Penny-Markt allein könne den Bedarf an Lebensmitteln nicht vollständig abdecken, so von Neumann. Den älteren Menschen stehe allerdings weiterhin das Angebot zur Verfügung, den Fahrdienst des Seniorenbüros der Gemeinde in Anspruch zu nehmen. Jeden Dienstag und Freitag werden Seniorinnen und Senioren kostenlos zu den Einkaufsmärkten ihrer Wahl gefahren. Anmelden können sie sich im Seniorenbüro unter Telefon 06144/20-153.
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