

Dreiertreffen in Paris:
Weichen für Wasserprojekt gestellt
Wie in der senegalesischen Landgemeinde Ballou die Gründung eines zivilen Partnerschaftsvereins vorangetrieben werden kann, war ein zentrales Thema des Dreiertreffens in Paris, an dem städtepartnerschaftliche Delegationen aus den Gemeinden Bouguenais (Frankreich), CR Ballou (Senegal) und Ginsheim-Gustavsburg teilnahmen.
Bereits im November 2005 hatten die Partner auf einer Sondersitzung in Dakar den Beschluss gefasst, eine solche Institution zu gründen. Die Auswertung der Partnerschaftsaktivitäten durch eine französische Fachorganisation hatte nämlich ergeben, dass die Zivilgesellschaft der senegalesischen Landgemeinde bisher nicht ausreichend in die Entwicklungsprojekte eingebunden war. Alle zukünftigen Projekte sollen künftig aus den Bedürfnissen der Bevölkerung heraus formuliert und dem Rat der CR Ballou jeweils zur Weiterleitung an die Partner übermittelt werden.
Aufgrund unterschiedlicher Interessenlagen von Rat und Gesellschaft zeigte sich jedoch, dass es nicht so einfach ist, die notwendigen Strukturen aufzubauen. Die weitere Förderung durch die Nordpartner hängt jedoch von der Gründung des zivilen Vereins ab. Deshalb verständigten sich die Partner bei dem Dreiertreffen schließlich darauf, dass der senegalesische Generalkonsul in Paris, M. Léopold Faye, die Landgemeinde bei ihrem Vorhaben unterstützen soll. Faye hatte phasenweise an dem Dreiertreffen teilgenommen und seine Hilfe angeboten.
Zudem wollen die Nordpartner den in Paris lebenden Senegalesen aus der Landgemeinde Ballou die notwendige Zeit einräumen, um ihren Landsleuten vor Ort in der Angelegenheit zur Seite zu stehen und sie im Hinblick auf die Vereinsgründung zu beraten. Gemeinsam beabsichtigen alle Partner, gegen Ende des Jahres eine Delegationsreise in den Senegal zu unternehmen, um verstärkt den Kontakt mit den verantwortlichen Stellen und der Bevölkerung zu suchen.
Eine richtungsweisende Entscheidung konnte trotz der noch fehlenden Strukturen in der CR Ballou bei der Sitzung getroffen werden: Das für die gesamte Bevölkerung lebenswichtige Projekt der Wasserversorgung (PEPAM) soll mit Unterstützung der Partner realisiert werden. Damit wird ein wesentlicher Bestandteil der gemeinsamen Millenniums-Entwicklungsziele umgesetzt, nach dem bis zum Jahr 2015 der Anteil der Menschen ohne dauerhaft gesicherten Zugang zu hygienisch unbedenklichem Trinkwasser gesichert werden soll. Der Förderverein CR Ballou hatte dieses Projekt in Ginsheim-Gustavsburg der Öffentlichkeit bereits ausführlich vorgestellt.
Die deutsche Delegation, die von dem Ersten Beigeordneten, Hans-Jürgen Müller, geleitet wurde, informierte die Partner über die neuen städtepartnerschaftlichen Strukturen in Ginsheim-Gustavsburg. Die Vertreter der beiden Partnerschaftsvereine, der Verein für Städtepartnerschaften Ginsheim-Gustavsburg und der Förderverein CR Ballou/Ginsheim-Gustavsburg, standen bei dem Dreiertreffen ebenfalls als Ansprechpartner zur Verfügung.
Darüber hinaus wies Müller auf das Bürgerfest am Sonntag, 8. Juli, in Ginsheim-Nord hin, bei dem der Ballouplatz offiziell eingeweiht werden soll. Dazu werden auch Gäste aus den Partnergemeinden erwartet. Auch bei den anstehenden Heimatfesten in den beiden Ortsteilen, dem Burgfest in Gustavsburg und dem Altrheinfest in Ginsheim, werden wie in jedem Jahr viele Städtepartner aus Frankreich und dem Senegal an den Partnerschaftsständen anzutreffen sein.