Schriftzug der Gemeinde

Aktuelles

Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg wehrt sich gegen Zerstörung des Mainufers: Unterschriftenlisten in den Bürgerbüros

(11.01.2006) Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung plant - wie berichtet - den Main zwischen der Mündung und der Schleuse in Kostheim auszubauen. Dabei soll der Gustavsburger Mainbogen, dessen offizieller Name "Ginsheimer Bogen" lautet, auf einer Länge von 420 Metern begradigt und dazu die Halbinsel rund 50 Meter tief abgegraben werden. Nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ist das Ziel des Ausbaus, zwei Fahrspuren für den Schiffsverkehr zu schaffen. Bisher ist die Schifffahrt auf diesem Abschnitt nur im "Einbahnverkehr" möglich.

Dagegen wehrt sich die Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg. "Mit dieser Maßnahme würden etwa 20.000 m² Mainvorland und damit Uferlandschaft verloren gehen," sagte Bürgermeister Richard von Neumann angesichts dieses geplanten Eingriffs in die Landschaft. Der einzige naturnahe Uferstreifen in Gustavsburg würde damit vollständig beseitigt. Dies hätte zur Folge, dass die Mainwiesen einen wesentlichen Teil ihrer Naherholungsfunktion verlieren würden. Das Mainvorland habe für Gustavsburg als wohnungsnaher Grünbereich jedoch eine große Bedeutung. Insbesondere im Sommer finde dieser Bereich regen Zuspruch, denn viele nutzen den "Strand" inzwischen zum Baden, so von Neumann

Nach Sichtung der Unterlagen bezweifelt die Gemeinde darüber hinaus den tatsächlichen Ausbaubedarf. Weder für die prognostizierten Steigerungen des Transportaufkommens noch den angeblich bestehende Engpass an der Schleuse ist der Verwaltung bisher tragfähiges Zahlenmaterial vorgelegt geworden.

Mit dem Bau soll zwar erst im Jahr 2009 begonnen werden. Die Vorarbeiten laufen jedoch bereits. Deshalb fordert die Gemeinde alle Bürgerinnen und Bürger, die sich gegen die Abtragung des Ginsheimer Bogens wenden möchten, jetzt auf Stellung zu beziehen. Aussicht auf Erfolg bestehe jedoch nur, wenn alle rechtlichen und politischen Mittel ausgeschöpft werden. Dazu gehöre - neben den rechtlichen Belangen - dass auch Bürger und Verbände sich einsetzen, ihre Ablehnung erklären und ihren Protest verdeutlichen, so das Umweltamt der Gemeinde.

Um den Bürgern ihre Protestäußerungen zu erleichtern, hat die Gemeinde Unterschriften-Listen in den Bürgerbüros ausgelegt, in denen sich jeder ab sofort eintragen kann.

Für Rückfragen, Anregungen oder Hinweise steht das Umweltbüro der Gemeindeverwaltung zur Verfügung: montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr, Telefon: 06144 20164, E-Mail: hebling@gigu.de.

Haupttext

zum Seitenanfang |

Zusatzinformation

« Aktuelles